WRS#2 Wie du nach deinem Potential gefördert wirst

„Männer werden nach ihrem Potential gefördert, Frauen nach ihrer Leistung.“

Hast du diesen Satz schon mal gehört? Als ich ihn vor ein paar Wochen zum ersten Mal hörte machte plötzlich vieles für mich Sinn. Wobei ich den Satz gerne ein wenig umändern möchte:

„Menschen, die ihr Potential zeigen werden danach gefördert. Menschen, die ihre Leistung zeigen werden danach beurteilt.“

Dabei ist es wichtig den Unterschied zwischen Leistung und Potential zu verstehen: Leistung ist vergangenheitsbezogen und Potential bezieht sich auf die Zukunft.
Man könnte auch sagen „Leistung ist passiv und Potential ist aktiv“. Du hast ein Aufgabengebiet und solange du deine Aufgaben gut erledigst ist das nichts herausragendes. Erwarte nicht, dass jemand Purzelbäume schlägt nur weil du einen guten Job machst. Dafür bist du immerhin angestellt und wirst entsprechend entlohnt.

Wenn du dich allerdings weiterentwickeln willst musst du aus deiner Komfortzone raus und mehr leisten als das wofür du angestellt bist.

Suche ein konkretes Problem

In jedem Bereich gibt es Dinge, die optimiert werden können. Höre den Kolleginnen und Kollegen beim Kaffee trinken zu. Worüber beschweren sie sich am meisten? Ist es die Unordnung im Ablagesystem? Sind manche überarbeitet und du kannst ihnen etwas abnehmen? Gibt es Standard-Kataloge, die schon seit Jahren benötigt werden, aber niemand hat die Zeit es zu erledigen? Firmenlisten, die überarbeitet gehören?

Konzentriere dich nicht auf den Klatsch oder wie doof der Chef ist. Fokussiere dich auf Probleme, die du lösen kannst. Frage nach was die KollegInnen brauchen, solange bis dir eine Lösung einfällt.

Löse es ohne viel darüber zu reden

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„I pay ZERO attention to what you say. But your actions have my undivided attention.” – Sotero M Lopez (Quelle)

Hast du ein Problem gefunden, dessen Lösung das Leben vieler erleichtern würde? Behalte es für dich. Beginne es zu lösen ohne viel darüber zu reden. Wenn andere Pause mache nutze diese Zeit um an der Lösung zu arbeiten. Nutze Leerzeiten oder bleibe Abends länger um es hinzubekommen.

Präsentiere deine Lösung

Wenn du fertig bist kommt ein essentieller Schritt ohne den alles keinen Sinn hat:
Dein Chef muss von deiner Eigeninitiative erfahren!

Wichtig ist dabei, dass du einen Moment erwischt in dem sie/er keinen Stress hat und sich voll und ganz auf dich fokussieren kann. Also entweder einen Termin ausmachen oder dich zumindest versichern, dass du ihre/seine ungeteilte Aufmerksamkeit hast. Dann spring über deinen Schatten und zeige was du gemacht hast.

Folgende Punkte müssen dabei klar hervorkommen:

  • Niemand hat dich darum gebeten -> es ist zu 100% deiner Eigeninitiative zuzuschreiben
  • Erkläre die Problemstellung
  • Der Mehrwert für die gesamte Gruppe muss hervorkommen (spart Zeit, spart Nerven, spart Geld)
  • Du hast es alleine und neben deiner normalen Arbeit gemacht ohne, dass diese darunter gelitten hat

Ernte die Lorbeeren

Da muss ich deine Erwartungen nun doch ein wenig dämpfen. Zu Beginn wird sich nichts für dich ändern. Das höchste der Gefühle ist, dass du ein Lob bekommst, aber selbst das muss nicht sein. Du wirst nicht mit einer einizigen Aktion dein gesamtes Umfeld umstellen. Aber wenn du über einen längeren Zeitraum immer wieder kleine Zusatzaufgaben erledigst und so beweist was du alles kannst wird sich das mit der Zeit beim Chef einprägen und wenn dann ein Projekt kommt, das genau deine Zusatzqualifikationen benötigt wird er an dich denken und dir eine Chance geben dein Potential zu beweisen.

Es ist ein Marathon den du läufst und kein Sprint. Schritt für Schritt wirst du beweisen was in dir steckt und somit das Fundament legen um eine Gehaltserhöhung oder mehr Verantwortung zu bekommen.

„Mit der Karriere ist es wie beim Sex: Es zählt nicht die Länge, sondern wie man sein Talent einsetzt!“ – Ben Stiller (Quelle)

(Foto by Morguefile)

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